The Loney : Roman / Andrew Michael Hurley

England, 1970er Jahre. Der halbwüchsige Tonto gehört einer kleinen Glaubensgemeinschaft an, die einmal im Jahr zu Ostern nach „The Loney“ pilgert, einem einsamen, Wind und Wetter ausgesetzten, abweisenden Landstrich an der Küste Nordenglands. Tonto muss auf seinen älteren Bruder Hanny aufpassen, der eigentlich erwachsen ist, doch sich wie ein Kind verhält und nicht reden kann. Tonto ist der Einzige, der Hannys Zeichen wirklich verstehen kann.

Auch 1976 fährt die Gemeinde nach „The Loney“: doch dieses Mal ist alles anders. Father Wilfried ist im Vorjahr unter mysteriösen Vorzeichen gestorben und Father Bernard, der die Gemeinde diesmal begleitet und nach Erfahrungen in Belfast ein überaus pragmatisches Verhältnis zum Glauben hat, genügt den religiösen Ansprüchen von Tontos und Hannys Mutter, die in der Glaubensgemeinschaft eine dominierende Rolle spielt, nicht. Denn diesmal soll es in der Wallfahrtskirche nicht weniger als ein Wunder geben, dass Hanny erlösen soll. Doch während Hanny alles für ein abenteuerliches Spiel hält und mit seinem Bruder Tonto in den Bunkerruinen am Strand herumtollt, wird die Wirklichkeit immer mehr Weiterlesen

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Brief an die Heuchler: Und wie sie den Rassisten in die Hände spielen / CHARB

Der Hinweis, man könnte über alles lachen, außer über einige Aspekte des Islam, weil die Muslime viel empfindlicher reagieren als der Rest der Bevölkerung, ist doch nichts anderes als Diskriminierung. (S. 43)

Nach den Anschlägen auf „Charlie Hebdo“ waren ja wieder vermehrt Stimmrn zu hören, die der Freiheit der Kunst und der Satire Grenzen setzen wollen: gerade die Karikaturen in „Charlie Hebdo“ oder auch Jyllands Posten würden ja schließlich die Gefühle von Muslimen verletzen und damit die Stimmung erst aufstacheln. Charb, Chefredakteur von „Charlie Hebdo“, der diesen Text erst zwei Tage vor seiner Ermordung fertigstellte, schreibt gegen dieses vorschnelle Urteil an und entlarvt es als das, was es ist: verdeckter Rassismus. Vehement wendet er sich dagegen, Muslime und ihre religiösen Symbole anders zu behsndeln als Christen, Juden oder Buddhisten.

Dabei macht er auch an Beispielen nochmal deutlich, dass sich die Karikaturen von Charlie Hebdo niemals gegen Weiterlesen

Über die Toleranz / Voltaire

„Was soll man einem Menschen entgegenhalten, der sagt, er wolle lieber Gott als den Menschen gehorchen, und daher überzeugt ist, in den Himmel zu kommen, wenn er einem den Hals abschneidet?“

Die Philosophie , sie allein, diese Schwester der Religion, hat die Hände entwaffnet, die durch den Aberglauben solange von Blut trieften. Der Menschenverstand erstaunte beim Erwachen aus seiner Trunkenheit über die entsetzlichen Dinge, zu welchem ihm der Fanatismus verleitet hatte. (S. 67)

Intoleranz und Fanatismus scheinen ja in Anbetracht fundamentalistischer Salfisten-Prediger in westlichen Ländern, islamistisch motivierter Anschläge oder dem Morden des Daesh (manchmal auch IS genannt) ein Zeichen unserer Zeit zu sein. Schaut man aber zurück in die Geschichte, erkennt man schnell, dass Weiterlesen