Das Mysterium der Tiere: Was sie denken, was sie fühlen / Karsten Brensing

Auch am Anfang des 21. Jahrhunderts und nach vielen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die alte Mythen und überholte religiöse Vorstellungen zur angeblich besonderen und herausgehobenen Stellung des Trockennasenaffen namens Mensch auf diesem Planeten entkräftet haben, sieht sich ein Großteil der Menschheit gegenüber den Tieren immer noch als überlegen an: schliesslich können wir strategisch planen, bestehen komplizierte Tests, haben ein Selbstbild von uns, haben eine Kultur, die sich über Generationen entwickelt und verändert und geben uns Namen. Natürlich heben viele auch hervor, dass angeblich nur der Mensch über Gemeinschaftssinn, eine „Theory of Mind“ und vor allem über Sprache verfüge.

Bei genauerer Betrachtung bleibt von all diesen Weiterlesen

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Nicht jeder kann ein Kätzchen sein: Warum in der Natur die hässlichen Tiere die Nase vorn haben / Mario Ludwig

Es ist ja so eine Sache mit der Schönheit: sie entsteht im Augen des Betrachters und nicht selten wird sie überbewertet. Wir Menschen, die wir zu den Trockennasenaffen zählen, neigen ja dazu, unser eigenes Aussehen und unser Können massiv überzubewerten. Wenn wir uns Tieren zuwenden, kommen natürlich die gleichen Maßstäbe zur Geltung mit den bekannten Folgen: Katzenfotos auf allen Social-Media-Kanälen. Doch man darf durchaus Zweifel anmelden, ob a) unsere Definition von Schönheit so maßgeblich ist und b) Schönheit auch immer für Erfolg steht.

Mario Ludwig widmet sich in seinem Buch Tieren, die durch das übliche Niedlichkeitsraster fallen und bei der Spendengala für bedrohte Tiere noch nicht einmal in den Public-Viewig-Bereich kämen. Dementsprechend wimmelt es in seinem Buch nicht nur von seltsam bis bizarr aussehenden Tieren, sondern auch von eigentümlichen Verhaltensweisen und Körperfunktionen. Da gibt es den Kopfstandkäfer, der seinen Hintern in Weiterlesen

Jargsblogs beste Bücher: Nachlese Sachbücher 2017

Im Jahr 2017 stammte die Masse der hier vorgestellten Medien aus dem Sachbuchbereich, wobei die Themen Fahrrad, Technik und Natur prägend waren. Getreu der radikal-subjektiven Diktion dieses Blogs darf natürlich auch die entsprechende Auswahl aus dieser Kategorie nicht fehlen, die sich diesmal aufgrund der Fülle als ausgesprochen schwierig erwies.

Robert Penn ist mit „Der Mann, der einen Baum fällte und alles über Holz lernte“ ein wunderbares Buch gelungen, das weit über sein Genre hinausreicht und seinem Thema auf überaus literarische und zugleich sinnliche Weise mehr als Weiterlesen

Das geheime Netzwerk der Natur : wie Bäume Wolken machen und Regenwürmer Wildschweine steuern / Wohlleben, Peter

Bei Peter Wohlleben steht mit Sicherheit zweierlei fest: er weiß, wovon er spricht und er kann gut erzählen. Das ist auch in seinem neuesten Buch spürbar, dass sich mit den äußerst komplexen und vielschichtigen Beziehungsgeflechten zwischen Organismen unterschiedlichster Art auseinandersetzt. Dabei stehen diesmal nicht die Bäume im Fokus, obwohl sie natürlich bei Wohlleben, dem Förster, nicht fehlen dürfen.

Erstaunt und verblüfft erfahren wir, welche Rolle Lachse für das Wachstum von Bäumen spielen, warum Borkenkäfer Weiterlesen

Die Intelligenz der Tiere : Wie Tiere fühlen und denken / Carl Safina

„Wir suchen wie besessen nach etwas, was uns zum Menschen macht. Warum? Kratzt man ein bisschen an der Oberfläche dieser Obsession, dann wittert man etwas, das als Antwort passen könnte: unsere Unsicherheit. Was wir eigentlich wollen ist eine Geschichte, die uns von allen anderen Lebensformen abhebt. Warum? Weil wir verzweifelt nach einem Beweis suchen, dass wir nicht nur – wie alle Arten – einzigartig, sondern dass wir etwas ganz besonderes sind, prächtig, übernatürlich, strahlend, göttlich inspiriert, erfüllt von einer ewigen Seele. Alles andere löst Furcht und existentielle Ängste in und aus“. (S. 342f)

Wir Menschen haben ein Problem: aufgrund unserer Sprache neigen wir dazu, allen Lebewesen, die nicht über Sprache verfügen, tiefer gehendes Denken abzusprechen. Doch können wir wirklich verstehen, was Tiere „sagen“. Oder geht es uns vielleicht wie den Tieren, von denen manche mehrere 100 menschliche Begriffe verstehen können, aber nicht die komplexe Syntax unserer Sprache? In unserer Arroganz gerät uns aus dem Blick, dass Tiere andere Kommunikationsformen haben als wir, andere Sinnesorgane nutzen. Für Hunde ist diese Welt eine Welt der Gerüche, Orcas und Fledermäuse vertrauen auf ihre Echoortung und das Gehör, Elefanten kommunizieren über weite Distanzen mit tiefen, vom menschlichen Ohr nicht wahrnehmbaren Brummtönen. Allenfalls gestehen wir Tieren ritualisierte Formen von Kommunikation zu. Aber Gefühle wie Humor, Trauer, Eifersucht, Liebe, etwas wie Selbstbewusstsein oder gar Mitgefühl, kulturelle Überlieferung, eigene Namen?

Der bekannte Meeresbiologe Carl Safina schreibt im vorliegenden Buch vorwiegend über Elefanten, Wölfe und Orcas. Dabei berichtet er über verblüffende Entdeckungen im weiten Spektrum an Gefühlen, Persönlichkeitsstrukturen und Verhaltensweisen bei Tieren und verbindet eigene Beobachtungen mit Weiterlesen

Rendezvous mit einem Oktopus. Extrem schlau und unglaublich empfindsam: Das erstaunliche Seelenleben der Kraken / Sy Montgomery

Ich wollte einen Oktopus kennenlernen. Ich wollte so eine alternative Lebenswirklichkeit berühren. Ich wollte eine andere Art von Bewusstsein erkunden, wenn es das überhaupt gab. Wie fühlte es sich an, ein Oktopus zu sein?

Die 1958 geborene amerikanische Sachbuchautorin und Naturforscherin Sy Montgomery beschäftigt sich in „Rendezvous mit einem Oktopus“ auf ungewöhnliche Weise mit einem Tier, dass uns als Säugetiere einigermaßen fremd, wenn nicht abstossend oder gar eklig erscheint: dem Oktopus oder Kraken.

Montgomery, die bereits eine Reihe von Büchern für Kinder als auch für Erwachsene geschrieben hat, nähert sich dabei dem ihr gleichermaßen fremd wie faszinierend erscheinenden Tier nicht nur auf rationaler, naturwissenschaftliche Weise, sondern durch Weiterlesen

Wild / Regie u. Drehb.: Nicolette Krebitz. Darst.: Lilith Stangenberg, Georg Friedrich, Silke Bodenbender, Saskia Rosendahl (…)

Ania wohnt in einem Hochhauskomplex in Halle-Neustadt. Sie arbeitet als OT-Spezialistin in einer heruntergekommenen Werbeagentur, wird von ihrem tyrannischen Chef zum Kaffee holen missbraucht und ihr Grossvater liegt im Sterben. Jeden Tag geht sie den gleichen Weg und die einzige Abwechslung im Alltag ist der Schießstand, den sie regelmäßig besucht. Da sieht sie plötzlich in einem kleinen Waldstück unweit ihrer Wohnung einen Wolf.

Von diesem Moment an ist alles anders: Ania Weiterlesen